Laminat versiegeln sinnvoll? Warum man Laminatboden versiegeln sollte!

Laminat ist ein äußerst widerstandsfähiger und robuster Bodenbelag. Doch wie bei allen Produkten bei denen Holz ein Bestandteil ist, kann hier eindringende Feuchtigkeit schweren Schaden anrichten. Daher sollte zur Reinigung so wenig Wasser wie möglich verwendet werden. Damit Sie beim Wischen des Laminatbodens aber nicht ganz so vorsichtig sein müssen, können Sie das Laminat versiegeln. Durch die Versiegelung werden Feuchtigkeit sowie Schmutz vom Laminatboden abgewiesen. Feuchtigkeit kann so nicht zwischen die einzelnen Schichten des Laminats eindringen und für Schaden sorgen.

Laminat besteht aus mehreren dünnen Schichten gepresstem Holz (meist HDF) als Trägermaterial und der versiegelten Deckschicht mit dem Dekor. Durch dieses Herstellungsverfahren ist das Laminat flexibel und lässt sich durch das heutige gängige Klicksystem leicht verlegen. Doch gibt es hierbei auch einen Nachteil: die Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit. Besonders in den Stoßkanten zwischen zwei Paneelen und den Abschlüssen an den Wänden.

Die eindringende Feuchtigkeit kann hier für ein ausdehnen und aufquellen der Laminatpaneele sorgen. Dieses hat, je nach schwere des Schadens, den Effekt das der Laminatboden beginnt zu quietschen, sich einzelne Paneele hochbiegen und beim Begehen sogar brechen können. Um dieses zu vermeiden, lohnt es sich das Laminat zu versiegeln.

Welche Versiegelungsarten gibt es?

Diese Laminat Versiegelungen gibt es:
 
  1. Nanoversiegelung
  2. Öl
  3. Versiegelung mit Lösungsmitteln
  4. Wachs

1. Nanoversiegelung

Die Nanoversiegelung ist eine wasserabweisende Versiegelung, die sich den Lotuseffekt zu Nutzen macht. Die Basis der Nanoversiegelung beruht auf Nano-Teilchen die eine schmutz- und wasserabweisende Schicht auf der Oberfläche auftragen. Der Lotuseffekt lässt Flüssigkeiten und Schmutz einfach abperlen. Eine Nano Bodenbeschichtung ist zudem rutschhemmendstrapazierfähig, trittfest und unempfindlich gegen Begehspuren, Absatz- und Gummistriche.
 
Die Nanoversiegelung ist die optimale Versiegelung für Laminatböden in stark beanspruchten Bereichen wie Wohnzimmer und Flur. Auch in der Küche bietet diese Schutz vor Wasser, Fettspritzern und anderen Flüssigkeiten. Nanoversiegelungen gibt es in zwei Varianten glänzend oder seidenmatt (matt) und sind auch für strukturiertes Laminat geeignet.

Eine Laminat Nanoversiegelung hält 3-5 Jahre und sollte danach wieder aufgefrischt werden. Beschädigte Stellen können nachversiegelt werden. Kleine Schrammen und Schlieren können durch die Versiegelung überdeckt werden.

Achten Sie bei der Bestellung dadrauf das Sie genügend Material kaufen. Angaben über den Verbrauch und wie Sie die Nanoversiegelung anwenden, finden Sie in der Produktbeschreibung des jeweiligen Artikels.

Zuletzt aktualisiert am 18. April 2019 um 04:46 UTC/GMT +2 Stunden / Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt. zzgl. ggf. Versandkosten / * = Affiliate Links / Bilder von Amazon Product Advertising API. Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können.  Alle Angaben sind ohne Gewähr von Richtigkeit und Vollständigkeit.

Wie wird die Nanoversiegelung aufs Laminat aufgetragen?

Diese Materialien werden benötigt:

  1. Laminat Nanoversiegelung
  2. alkoholischer Vorreiniger
  3. Bodenwischer
  4. Staubsauger

Vor dem Auftragen der Nanoversiegelung:

  1. den Raum gründlich Fegen und Staubsaugen
  2. Gummiabrieb von mit einem Radiergummi entfernen
  3. Boden feucht wischen und gut abtrocknen lassen
  4. mit Nanoschicht Vorreiniger wieder wischen
  5. nochmal checken ob aller Schmutz entfernt wurde

Auftragen der Versiegelung auf dem Laminatboden:

Das Auftragen der Nanoversiegelung sollte direkt nach der Verlegung und im ganzen Raum erfolgen. Hierbei wird der Laminatboden 3x versiegelt, um eine gute Nanoschicht zu bilden. Arbeiten Sie beim versiegeln von Raum zu Raum. Versiegeln Sie bevor Sie die Fußleisten anbringen, diese verhindert das Aufquellen bei Feuchtigkeit unter den Fußleisten.

Nicht bei unter 10°C Raumtemperatur auftragen!

Die ideale Raumtemparatur sollte zwischen 15 und 20 Grad liegen.

Beachten Sie unbedingt die Angaben vom Hersteller, zur Anwendung der Versiegelung! 

Erste Versiegelung:

  1. Nanoversiegelung auf dem Boden auftragen
  2. mit dem Bodenwischer gleichmäßig verteilen
  3. Pfützenbildung und Ansetze beim verteilen vermeiden
  4. Fläche begutachten und gegebenenfalls Einschlüsse entfernen
  5. Minimal 1-3 Stunde Trockenzeit beachten

Zweite Versiegelung:

  1. nach der Trockenzeit die Fläche kontrollieren
  2. die zweite Schicht auftragen
  3. wieder mindestens 1-3 Stunde trocknen lassen

Dritte Versiegelung:

  1. Bodenfläche nach der Trocknungszeit kontrollieren
  2. dritte Schicht der Nanoversiegelung auftragen
  3. letzte Nanoschicht 3-4 Stunden abtrocknen lassen
  4. noch einmal die Arbeit begutachten
  5. Nach 24 bis 48 Stunden ist die Versiegelung vollständig ausgehärtet

Tipps:

  • Je besser Sie reinigen, um so besser wird die Nanoschicht
  • Reinigen Sie Ihre Werkzeuge sofort mit Wasser

2. Versiegelung mit Lösungsmitteln

Die Lösungsmittel haltige Laminat Versiegelung bietet einen langen Schutz vor Feuchtigkeit, die ins Laminat eindringen kann. Hierbei ist der Schutz dieser höher, desto mehr Lösungsmittel in der Versiegelung enthalten ist. Diese Menge kann bis zu über 50% betragen, die manche Produkte enthalten. Auch die Trockenzeit bei einer Versiegelung mit Lösungsmitteln wird durch diese erheblich verringert. Des Weiteren bietet dieses den Vorteil, das kaum oder auch gar nicht poliert werden muss, um einen schönen Glanz zu erzeugen.

Allerdings gibt es auch einen gravierenden Nachteil. Lösungsmittel sind nicht gut für die eigene Gesundheit und die Umwelt.

Schon beim Auftragen der lösemittelhaltigen Versiegelung kommt es zu einer starken Geruchsentwicklung. Hinzukommt das die austretenden Dämpfe gesundheitsschädlich sein können. Deshalb sollte bei der Arbeit, mit einem Stoff der Lösemittel enthält, auch immer eine Atemschutzmaske getragen werden. Der Raum sollte nach Beendigung des Auftragens noch eine Weile nicht genutzt werden und gut durchgelüftet werden.

Die Lösungsmittel Versiegelung sollte möglichst nicht in Schlafzimmer, Kinderzimmer oder Wohnräumen verwendet werden. Noch nach einigen Wochen können lösemittelhaltige Versiegelungen gesundheitsgefährdende Stoffe in geringen Mengen ausdampfen. Und wer möchte schön sich und seine Familie diesem Gesundheitsrisiko aussetzen.

3. Öl Versiegelung

Eine Öl Versiegelung eignet sich zwar hervorragend für Echtholz, aber bei Laminatböden erzielt diese kaum eine Wirkung, macht viel Arbeit und ist nur von kurzer Dauer.

Durch die aus Kunststoff bestehende Oberfläche (Dekorseite) kann das Öl nicht aufgesogen werden, so wie es bei Materialien aus Holz der Fall ist. Die Versiegelung aus Öl bleibt auf der Oberfläche und bildet dort einen rutschigen Schmierfilm, durch den die Gefahr des ausrutschen besteht. Hinzu kommt noch die lange Trockenzeit von über 24 Stunden, bevor man den Raum wieder nutzen kann.

Ein weiterer Grund, der gegen eine Öl Versiegelung spricht: Beim nächsten Wischen des Laminatbödens wird diese mit weggewischt. Daher muss die Versiegelung nach jeder Reinigung des Laminats wieder neu aufgetragen werden. Man hat hier also eine Menge Arbeit und wenig Nutzen, die einen diese Art der Laminat Versiegelung bietet.

4. Versiegelung mit Wachs

Eine Wachs Versiegelung sollte eigentlich wie die aus Öl nur auf Holzoberflächen Verwendung finden. Bei Laminat macht diese auch nur wenig Sinn, da die überwiegende Anzahl dieser keine Oberfläche aus Echtholz besitzt. Auch kann diese, bei der Verwendung von warmem Wischwasser, wieder entfernt werden. 

In puncto Trockenzeit gibt es Unterschiede je nach dem, welches Wachs verwendet wird. Produkte die eine Festigkeit besitzen wie das echte Wachs trocknen schneller, sind im Gegenzug aber schwer auftragen und verteilen. Diese sind haltbarer auf dem Laminat als ein weniger festes Wachs, welches aber wiederum mit weniger Mühe aufgetragen werden kann.

Hier gilt: Je flüssiger das Wachs desto länger die Trockenzeit. Je härter das Wachs umso länger der Schutz und die Trockenzeit.

Fazit:

Um das Laminat zu versiegeln, ist die Nanoversiegelung eindeutig die beste Wahl, die Sie treffen können, um Ihr Laminat vor Feuchtigkeit zu schützen. Diese bietet lang anhaltenden Schutz, ist einfach aufzutragen und trocknet schnell.

Sie aber auch die mit dem höchsten Preis. Diese ist für um die 30,- Euro/Liter erhältlich und reicht für eine Fläche von circa 15-20 qm. Allerdings ist diese auch nur auf dem ersten Blick die teuerste unter den Laminat Versiegelungen.

Bedenken Sie bei Ihrer Entscheidung, dass die Nanoversiegelung 3-5 Jahre hält, bevor sie wieder aufgefrischt werden muss. Andere Versiegelungsarten halten bei weiten nicht so lange, wie die Nanoversiegelung. So haben Sie die höheren Anschaffungskosten schnell wieder raus. Zudem noch weniger Arbeit, durch weniger Auftragen und Auffrischen, über diesen Zeitraum.

Was benötigt man zum Laminat versiegeln?

  1. Bodenwischer
  2. Auswringsystem
  3. Mikrofasertuch
  4. Baumwolllappen
  5. Kunststoffspatel
  6. Nanoversiegelung
  7. Politur / Versiegelung
  8. Wachsversiegelung
  9. Ölversiegelung

Muss man Laminat versiegeln?

Laminat versiegeln muss man natürlich nicht, aber es ist doch sehr zu empfehlen. Es kommt immer dadrauf an, was Sie mit Ihrem Laminat passieren soll. Das klassische Laminat enthält eine Holzfaserplatte im Inneren des mehrschichtigen Aufbaus, welche mit einer Dekorfolie überzogen ist. Diese Folie ist wiederum in den meisten Fällen melaminharzbeschichtet, welche die Oberfläche vor äußeren Einflüssen schützen und die Entstehung von Kratzer und Dellen verhindern soll. Nur sind dabei Nut und Feder nicht geschützt.

In den Zeiten als Laminat noch verleimt werden musste, hat der Leim den Schutz vor eindringender Feuchtigkeit an den Fugen übernommen. Doch dank des heutigen Klicksystems bei Laminaten, welches die leimlose und schnelle Verlegung von Laminatboden ermöglicht, fällt dieser Schutz weg. Genau diesen Schutz soll die Laminat Versiegelung übernehmen. Mit dieser wird ein optimaler Schutz an den Fugen und Nähten gebildet. So dass in die einzelnen Holzschichten des Laminats keine oder kaum Feuchtigkeit eindringen kann.

Achtung:

Beachten Sie das die Laminat Versiegelung lediglich einen Schutz vor Feuchtigkeit bietet. Gegen Kratzer und Schrammen im Laminat kann diese keinen Schutz bieten. Wenn Sie einen Schaden auf der Oberfläche des Laminatbodens haben, können Sie diesen mit einem Reparaturset für Laminat wieder ausbessern und anschließend mit der Politur wieder versiegeln.

Warum Laminat versiegeln?

Der große Vorteil vom Klicklaminat, die Verlegung ohne Leim, ist gleichzeitig auch ein Nachteil. Die leimlose Verlegung sorgt für offene Fugen beim Laminat, in die Wasser und Feuchtigkeit eindringen können. Besonders anfällig sind die geschnittenen Endstücke und die Nut-Feder-Verbindung. Hier kann sich auf der Federleiste Wasser sammeln, zum Beispiel wenn einem das Glas umkippt und der Einhalt über dem Boden läuft. Hier haben Sie keine Möglichkeit mehr die Flüssigkeit wieder aufzuwischen, wenn sie zwischen Nut und Feder gelaufen ist. Die Feuchtigkeit kann sich von hier aus immer weiter verbreiten und sich auf weitere Paneele ausdehnen. So können schnell große Flächen betroffen sein.

Durch die die Verwendung einer Laminat Versiegelung wird dieses vor eindringender Feuchtigkeit oder Nässe geschützt. Die Versiegelung bildet eine Schutzschicht an den wunden Punkten des Laminats. So können die aus Feuchtigkeit entstehenden Schäden am Laminat vermeiden werden. Des Weiteren erhöht sich auch die Nutzungsdauer des Laminatbodens, welcher auch noch nach Jahren wie neu aussieht, wenn das Laminat versiegelt ist.

Wann sollte man Laminat versiegeln?

Optimal ist es, den neuen Laminatboden, nachdem Verlegen zu versiegeln. Damit schaffen Sie von Anfang an einen perfekten Schutz vor Feuchtigkeit. Die zusätzliche Versiegelung des Laminats soll dieses wasserfest machen und vor Schäden durch eindringende Flüssigkeiten in das Spanmaterial schützen.

Bei der Verlegung des Laminats entstehen Schwachstellen, wo die Laminatpaneele aufeinanderstoßen oder diese geschnitten wurden. In die entstehenden Fugen zwischen den einzelnen Paneelen kann Feuchtigkeit eindringen und hier für Schaden sorgen. Dieses passiert zum Beispiel nach dem Wischen des Laminatbodens oder wenn Flüssigkeiten verschüttet werden.

Laminat versiegeln sollte man auch, wenn man die Laminatdielen verändert hat. Sprich, wenn diese geschnitten wurden. Nachdem Sägen ist an den Schnittkanten kein Schutz vorhanden. An diese Stellen kann Wasser in das Laminat eindringen und nachhaltig beschädigen.

Es kann natürlich, nach einer gründlichen Laminatboden Reinigung, auch eine bereits verlegte Fläche mit der Politur versiegelt werden.

Worauf muss man bei der Laminatversiegelung achten?

Es ist nicht nur wichtig die richtige Versiegelung für Ihren Laminatboden zu finden, sondern diesen auch gründlich für das Auftragen der Laminatversiegelung vorzubereiten. Achten Sie dadrauf, das der Boden vor dem Versiegeln, bestmöglich gereinigt wurde. Dieser sollte möglichst staubfrei und trocken vor der Versiegelung sein.

So kann die aufgetragene Versiegelung gut haften:

Saugen Sie den Boden ab und wischen Sie anschließend einmal gründlich durch. Um Fettrückstände vom Laminat zu entfernen, nutzen Sie am besten speziellen alkoholischen Vorreiniger. Mögliche Gummistreifen von Schuhen können mit einem handelsüblichen Radiergummi vor dem Durchwischen beseitigt werden.

Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit. Für Schäden durch Anwendungsfehler kann keine Haftung übernommen werden.

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